Die Sitzung läuft gut. Dein Klient ist in der Situation, beschreibt Bilder, Stimmen, Gefühle – und dann plötzlich: nichts. „Da ist nichts mehr.“ „Ich sehe nur Schwarz.“ „Ich weiß nicht.“ Kennst du diesen Moment, in dem du kurz überlegst, ob du etwas falsch gemacht hast?
Im DK-Verfahren, der direkten Kommunikation mit dem Unbewussten, ist genau dieser Moment kein Zeichen des Scheiterns. Oft ist er sogar ein Hinweis darauf, dass ihr ganz nah an dem Punkt seid, um den es eigentlich geht. In diesem Beitrag erfährst du, wie du Blockaden erkennst, welche Werkzeuge Friedbert Becker dafür in seinem Sitzungsablauf vorgesehen hat und wie du die Sitzung in jedem Fall gut abschließt.
Warum Blockaden zum DK-Verfahren dazugehören
Friedbert Becker entwickelte das DK-Verfahren im Jahr 2011 als Werkzeug für Therapie und Coaching. Es verzichtet bewusst auf lange, formelle Hypnoseeinleitungen. Stattdessen führen kurze, zielgerichtete Fragen und Anweisungen direkt in die Arbeit – etwa: „Geh in die Situation, die wir brauchen, um …“
Weil das Verfahren so direkt arbeitet, kommt es schneller an die Stellen, an denen etwas festhängt. Und dort zeigt sich Widerstand häufig als Leere: keine Bilder, keine Geräusche, kein Gefühl. Das Unbewusste schützt etwas – und genau das ist eine wertvolle Information für dich.
Wichtig für deine Haltung: Eine Blockade ist kein Problem, das du „wegmachen“ musst, sondern ein Wegweiser. Wenn du ruhig bleibst, überträgt sich diese Ruhe auf deinen Klienten.
Woran du eine Blockade erkennst – und woran Fortschritt
Nicht jede Pause ist eine Blockade. Manche Klienten brauchen einfach einen Moment, um eine Wahrnehmung in Worte zu fassen. Beobachte deshalb während der gesamten Sitzung die körperlichen Signale:
- Atmung – wird sie flacher, stockt sie, wird sie tiefer?
- Herz – sichtbarer Puls am Hals, Veränderungen in der Hautfarbe
- Gesichtsausdruck – Anspannung, Mikroreaktionen, Tränen
- Augenbewegungen – unruhig, suchend oder plötzlich starr
- Haltung – Rückzug, Verschränken, Zusammensinken
Ein Signal überrascht viele Anwender: Beginnt dein Klient zu gähnen und zeigt deutliche Zeichen von Müdigkeit, solltest du die Sitzung nicht beenden. Im DK-Verfahren gilt das als Anzeichen, dass ihr nah am Ziel seid. Hier heißt es: auf jeden Fall weitermachen.
Die drei Werkzeuge bei Blockaden
In Friedbert Beckers Leitfaden zum DK-Verfahren gibt es drei Werkzeuge, auf die du der Reihe nach zurückgreifen kannst.
1. Die Fantasie einladen
Viele Klienten blockieren, weil sie Angst haben, sich etwas „einzubilden“. Nimm ihnen diesen Druck: „Wenn du etwas wahrnehmen würdest – was wäre das? Denk dir einfach etwas aus.“ Was dann auftaucht, ist selten zufällig. Die Fantasie öffnet eine Tür, durch die das Unbewusste leichter sprechen kann.
2. Das Unbewusste direkt fragen
Statt selbst nach der Ursache zu suchen, gibst du die Frage weiter: „Was muss geschehen, damit …?“ oder „Geh in die Situation, die wir brauchen, um weiterzukommen.“ So bleibst du im Kern des Verfahrens: Nicht du analysierst, sondern das Unbewusste findet den Weg.
3. Die Wortwiederholungstechnik
Wenn gar nichts mehr geht, kommt die Wortwiederholungstechnik zum Einsatz. Sie ist besonders dann angezeigt, wenn der Klient plötzlich überhaupt keine Wahrnehmung mehr hat und auch nicht mehr in die Situation hineinkommt. Das deutet laut DK-Leitfaden auf eine Wortprogrammierung hin – also auf Sätze, die sich tief eingeprägt haben und wie ein Riegel wirken.
Vier Anweisungen, wenn die Wahrnehmung plötzlich weg ist
Für den Moment, in dem die Wahrnehmung abreißt, kannst du mit diesen Varianten arbeiten. Probiere sie nacheinander, ohne Hektik:
- Die verantwortliche Situation: „Geh in die Situation, die dafür verantwortlich ist, dass du nichts mehr wahrnimmst.“
- In der Zeit weitergehen: „Geh in der Zeit weiter, bis du wieder etwas wahrnimmst.“
- Fantasie: „Wenn du etwas wahrnehmen würdest – was könnte das sein?“
- Prozessinstruktion: „Irgendetwas in dir weiß, worum es geht, und wird dich nun auf eine Art und Weise an die Sache heranführen, wie es gut ist für dich.“
Sobald wieder Wahrnehmung da ist, kehrst du zu deinen Orientierungsfragen über alle Sinne zurück: Was siehst du? Was hörst du? Was fühlst du? Mehr dazu, wie du solche Fragen präzise formulierst, findest du in unserem Beitrag über die Fragetechniken im DK-Verfahren.
Sonderfall: Dein Klient möchte nichts erzählen
Manchmal ist die Blockade gar keine Wahrnehmungsblockade. Dein Klient sieht sehr wohl etwas – aber es ist ihm peinlich, schambesetzt oder einfach zu privat, um es auszusprechen. Das ist völlig in Ordnung, und du musst den Inhalt nicht kennen, um weiterzuarbeiten.
Sag zum Beispiel: „OK. Du brauchst nichts vom Inhalt zu erzählen, aber geh nun weiter, schau dir alles genau an …“ Du führst genauso wie sonst, nur ohne den Inhalt zu kennen. Für viele Klienten ist genau diese Erlaubnis der Moment, in dem sich etwas löst – weil sie spüren, dass ihre Grenzen respektiert werden.
Typische Fehler – und wie du sie vermeidest
- Warum-Fragen stellen: „Warum kommt da nichts?“ holt den Verstand zurück und führt in Erklärungen. Im DK-Verfahren vermeidest du Warum-Fragen und Diskussionen.
- Zu früh abbrechen: Gähnen, Müdigkeit oder kurze Leere sind oft Zeichen von Nähe zum Thema, nicht von Erschöpfung der Methode.
- Druck aufbauen: Wer drängt, verstärkt die Schutzreaktion. Bleib ruhig, kurz und freundlich in deinen Anweisungen.
- Ein Trauma erzwingen: Das direkte Ansteuern und Entladen einer belastenden Erfahrung ist nur für Klienten geeignet, denen du entsprechenden Therapiestress zumuten kannst. Im Zweifel arbeitest du mit Prozessinstruktionen.
- Ohne guten Abschluss enden: Auch wenn eine Sitzung nicht zum Ziel kommt, sollte sich dein Klient am Ende besser fühlen als vorher – und die Sitzung endet mit einer Prozessinstruktion.
Ein wichtiger Hinweis: Das DK-Verfahren ist ein Werkzeug für ausgebildete Therapeut:innen, Heilpraktiker:innen, Hypnose-Coaches und Coaches. Es ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung, und die Arbeit mit traumatischen Erfahrungen gehört in professionelle, geschulte Hände.
Tiefer einsteigen
Wenn du den kompletten Sitzungsablauf kennenlernen möchtest, ist der kostenlose Mini-Kurs „Das DK-Verfahren in 10 Schritten“ ein guter Start. In fünf kurzen Lektionen gehst du den Ablauf nach Friedbert Becker durch – vom Zuhören über das Lösen von Blockaden bis zu Harmonisierung und Abschluss – und erhältst seinen Kurzleitfaden als PDF-Spickzettel.
Wie Friedbert Becker die Werkzeuge in echten Sitzungen einsetzt – mit Wortwiederholung, Teilearbeit, Zeitlinie, Aufstellung und vielen Praxisbeispielen –, zeigt der vollständige DK-Kurs – Direkte Kommunikation mit dem Unbewussten mit Originalvideos. So lebt Friedbert Beckers Wissen in deiner Arbeit mit Menschen weiter.
Alle weiteren Angebote findest du in unserer Kursübersicht.

