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Mesmerismus-Behandlung: Der Ablauf in fünf Schritten
Mesmerismus-Behandlung: Der Ablauf in fünf Schritten
Veröffentlicht am 17. Oktober 2026 von phoenixinstitutmontevid_phd8n72p

Du hast schon einiges über Mesmerismus gelesen, vielleicht sogar die ersten magnetischen Striche ausprobiert – und fragst dich trotzdem: Wie sieht eine mesmerische Behandlung eigentlich konkret aus? Was passiert vor dem ersten Strich, worauf achtest du währenddessen, und wann ist eine Sitzung abgeschlossen? Genau hier scheitern viele Einsteiger: nicht an der Technik selbst, sondern an einem klaren Ablauf. In diesem Beitrag bekommst du eine Struktur, die sich an der Arbeitsweise von Franz Anton Mesmer und seinen Nachfolgern orientiert und die Friedbert Becker über viele Jahre für die Praxis aufbereitet hat.

Was eine mesmerische Behandlung von einer Hypnosesitzung unterscheidet

In einer klassischen Hypnosesitzung steht die Sprache im Mittelpunkt: Induktion, Vertiefung, Suggestionen. Im Mesmerismus verschiebt sich der Schwerpunkt. Mesmer ging von einer Lebensenergie aus, die im Menschen fließt und die durch Stress, Belastung oder alte Spannungen ins Stocken geraten kann. Die Arbeit mit den Händen, mit Strichen durch das Energiefeld und mit der inneren Absicht des Behandlers soll diesen Fluss wieder ins Gleichgewicht bringen.

Ob du dieses Energiemodell wörtlich nimmst oder als hilfreiche Arbeitsmetapher verstehst, ist zweitrangig. Entscheidend für die Praxis ist: Dein Klient erlebt eine ruhige, achtsame, oft wortarme Begleitung, in der er sich tief entspannen kann. Viele erleben dabei Wärme, Kribbeln oder ein Gefühl von Leichtigkeit – Erfahrungen, die du ernst nehmen, aber nicht überbewerten solltest.

Schritt 1: Vorbereitung und Klärung des Anliegens

Bevor du die Hände hebst, braucht es ein kurzes, klares Vorgespräch. Kläre:

  • Das Anliegen: Was möchte dein Klient verändern oder loslassen? Je konkreter, desto besser – etwa eine Verspannung im Schulterbereich oder ein belastendes Gefühl vor einem Gespräch.
  • Die Rahmenbedingungen: Erkläre, dass du mit den Händen in geringem Abstand zum Körper arbeitest und nur mit Erlaubnis berührst.
  • Die Abgrenzung: Bei körperlichen Beschwerden gehört eine ärztliche Abklärung dazu. Mesmerismus kann begleiten und unterstützen, ersetzt aber keine ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung.

Sorge außerdem für deinen eigenen Zustand. Ein paar ruhige Atemzüge, das Aktivieren der Hände (etwa durch Reiben und bewusstes Spüren der Handflächen) und eine klare Absicht für die Sitzung gehören zu deiner Routine.

Schritt 2: Resonanz herstellen

Resonanz ist das Fundament jeder mesmerischen Arbeit. Gemeint ist eine Verbindung zwischen dir und deinem Klienten, in der ihr gewissermaßen „auf einer Wellenlänge“ seid. Im Kurs „Mesmerismus und Mentalsuggestion“ stellt Friedbert Becker dafür vier verschiedene Methoden vor. Allen gemeinsam ist: Du nimmst dir Zeit, wirst innerlich still und richtest deine Aufmerksamkeit ganz auf den Menschen vor dir.

Ein einfacher Einstieg, den du sofort ausprobieren kannst:

  1. Dein Klient sitzt oder liegt bequem und schließt die Augen.
  2. Du stellst dich ruhig hinter oder neben ihn und passt deinen Atem an seinen an.
  3. Halte deine Hände einige Zentimeter über seinen Schultern oder seinem Kopf, ohne zu berühren.
  4. Bleibe ein bis zwei Minuten in dieser Haltung und achte darauf, wie sich sein Atem und seine Körperspannung verändern.

Wichtig ist dabei deine Absicht. Sie ist im Mesmerismus kein Beiwerk, sondern ein zentrales Werkzeug: Was du innerlich hältst – Ruhe, Wohlwollen, Klarheit –, prägt die Qualität der Begegnung.

Schritt 3: Scannen – Störungen im Energiefeld wahrnehmen

Ist die Resonanz da, beginnt das Scannen. Dabei führst du deine Hände langsam in geringem Abstand über den Körper deines Klienten und achtest auf feine Unterschiede: Stellen, die sich wärmer oder kühler anfühlen, ein leichtes Kribbeln, ein Gefühl von Dichte oder Leere. Diese Wahrnehmungen gelten im Mesmerismus als Hinweise auf energetische Störungen.

Neben dem Scannen mit den Händen gibt es auch das mentale Scannen: Du gehst innerlich, mit geschlossenen Augen, durch den Körper deines Klienten und achtest darauf, wo deine Aufmerksamkeit hängen bleibt.

Typische Fehler beim Scannen:

  • Zu schnell arbeiten: Feine Unterschiede nimmst du nur wahr, wenn du dir Zeit lässt.
  • Deuten statt wahrnehmen: Notiere dir, was du spürst, aber stelle keine Diagnosen. Das ist weder deine Aufgabe noch seriös.
  • Den Klienten vergessen: Frag nach der Sitzung, was er selbst wahrgenommen hat. Oft decken sich eure Beobachtungen – manchmal auch nicht, und beides ist wertvoll.

Schritt 4: Behandlung mit magnetischen Strichen

Die magnetischen Striche – auch „Passes“ genannt – sind das bekannteste Werkzeug des Mesmerismus. Du führst die Hände in ruhigen, gleichmäßigen Bewegungen in geringem Abstand am Körper entlang, meist von oben nach unten, also vom Kopf in Richtung Füße. Zwischen den Strichen löst du die Hände kurz vom Feld, etwa mit einer kleinen Schüttelbewegung, bevor du neu ansetzt.

Im Kurs zeigt Friedbert Becker diesen Ablauf an einem konkreten Beispiel: der kompletten Behandlung einer Schulterverspannung. Für deine ersten Übungen kannst du dich an diesen Grundsätzen orientieren:

  • Langsam und gleichmäßig: Ruhige Striche wirken entspannend, hektische Bewegungen eher unruhig.
  • Richtung bewusst wählen: Abwärtsgerichtete Striche gelten als beruhigend und ableitend.
  • Absicht halten: Verbinde jeden Strich mit einer klaren inneren Ausrichtung, etwa „Spannung darf abfließen“.
  • Auf Rückmeldungen achten: Ein tieferer Atem, sinkende Schultern oder ein entspannteres Gesicht zeigen dir, dass du auf dem richtigen Weg bist.

Ergänzend kennt der Mesmerismus das Harmonisieren der Polaritätsachsen des Körpers, etwa zwischen vorne und hinten. Auch emotionaler Stress kann mit magnetischen Strichen begleitet werden – im Kurs findest du dazu die neun Schritte der sogenannten Lichttherapie.

Schritt 5: Abschluss und Nachgespräch

Eine mesmerische Behandlung endet nicht abrupt. Bring deinen Klienten behutsam zurück: Lass ihn ein paar tiefe Atemzüge nehmen, Hände und Füße bewegen und in seinem Tempo die Augen öffnen. Viele fühlen sich nach einer Sitzung angenehm schwer oder müde – ein Glas Wasser und ein paar Minuten Ruhe helfen.

Im Nachgespräch klärst du drei Fragen: Was hat dein Klient wahrgenommen? Wie fühlt sich das Anliegen jetzt an? Und was nimmt er mit in seinen Alltag? Halte deine Beobachtungen kurz fest – so erkennst du über mehrere Sitzungen hinweg Muster und Fortschritte.

Mentalsuggestion als stille Ergänzung

Ein besonderer Aspekt in Friedbert Beckers Arbeit ist die Mentalsuggestion. Gemeint ist eine Suggestion, die du nicht aussprichst, sondern innerlich formulierst und mit deiner Absicht verbindest, während du mit den Händen arbeitest. Sie ersetzt nicht die Technik, sondern vertieft sie. Gerade für Anwender, die gewohnt sind, viel zu sprechen, ist das eine spannende Erfahrung: Weniger Worte, mehr Präsenz.

Wenn du deine Wahrnehmung schulen willst, beginne mit Übungen an dir selbst: Hände aktivieren, das eigene Energiefeld spüren, Energie bewusst lenken. Wer die eigenen Hände kennt, arbeitet am Klienten sicherer und ruhiger.

Tiefer einsteigen

Friedbert Beckers Wissen lebt weiter – in seinen Kursen, die du in deinem eigenen Tempo durcharbeiten kannst. Im Kurs Mesmerismus und Mentalsuggestion lernst du die Grundlagen nach Mesmer, vier Methoden der Resonanz, das Scannen, eine komplette Behandlung, das Harmonisieren der Polaritätsachsen, energetische Experimente, die Lichttherapie und die Mentalsuggestion. Wenn du Berührung und Trance verbinden möchtest, ist Hypno-Massage & Mesmerismus die passende Ergänzung.

Zum Kurs →

Alle Kurse des Hypnose Institut Phoenix findest du in der Kursübersicht. Mehr über die Wirkung von Berührung und Trance liest du im Beitrag Hypno-Massage: Wie Berührung, Mesmerismus und Trance zusammenwirken.

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