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Mesmerismus, Hypnogene Zonen, DK-Verfahren

Suggestionen wirksamer formulieren Teil1

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Suggestionen

Teil1

Wirksame Suggestionen sind die wichtigsten Elemente einer erfolgreichen Hypnose.

Suggestion bedeutet soviel wie „eingeben“. In der Regel denkt man an Suggestion im Zusammenhang mit gesprochenen Worten – man gibt jemandem eine Idee durch das gesprochene Wort ein. Aber Suggestion ist mehr als nur gesprochene Worte. Unsere Kleidung, das Aussehen, die Gestik, Stimme usw. – all dies hat oft eine viel stärkere suggestive Wirkung als die Worte, die wir sprechen (Nonverbale Suggestionen).

Beim Suggerieren geht es darum, lebendiges inneres Erleben zu übermitteln oder zu übertragen. Ich benutze hier bewusst die Formulierung übermitteln/übertragen, denn dies setzt voraus, dass ich selbst den zu übertragenden Zustand erleben kann. Es ist ein großer Unterschied, ob ich versuche, bei einer Person ein inneres Erleben zu erzeugen (was natürlich auch Wirkung zeigt), oder ob ich einem anderen Menschen inneres Erleben, dass ich selbst spüren, fühlen und empfinden kann, übertrage. Wenn Sie selbst die zu übertragende Suggestion erleben können, kommt es auch zu einer nonverbalen Übertragung. Dies ist eine Übertragung die direkt von Ihrem Unterbewusstsein auf das Unterbewusstsein des anderen übergeht. Die nonverbalen Signale die wir ausstrahlen haben eine sehr starke suggestive Wirkung.

Je lebendiger Sie eine Suggestion präsentieren, um so wirkungsvoller ist sie. Die Wirksamkeit von Suggestionen beruht u.a. auf dem sogenannten ideomotorischen Gesetz, was eine Ableitung von Idee und Motorik ist. Das ideomotorische Gesetz besagt, dass jedes innere Erleben, das uns erfüllt, das Bestreben hat, sich zu verwirklichen. Wenn wir uns zum Beispiel eine ganz bestimmte Bewegung vorstellen, hat unser Körper das Bestreben, diese Bewegung auszuführen. Allein die Vorstellung vom Treppen emporsteigen z.B. führt dazu, dass Nerven und Muskeln unserer Beine reagieren.

Erfolgreich suggerieren bedeutet das innere Erleben zu beeinflussen.

Wird diese Suggestion durch Worte vermittelt, nennt man dies eine Verbalsuggestion. Aber auch die äußere Erscheinung, Verhalten, Gestik, Stimmlage usw. haben starke Suggestivkraft; hier spricht man von nonverbalen Suggestionen. Beim Suggerieren unterscheidet man neben verbaler und nonverbaler Suggestion auch noch zwischen der direkten Suggestion und der indirekten Suggestion. Bei der direkten Suggestion wird das innere Erleben, welches übermittelt werden soll, direkt angesprochen. Bei der indirekten Suggestion gibt es keine absolute Aussage, keinen Zwang, hier bleibt alles offen. Beide Arten von Suggestion haben ihre Vor- und Nachteile. Eine direkte Suggestion z.B. reizt die Person meist zum Widerstand, denn wenn Sie einer Versuchsperson zum Beispiel suggerieren: „Ihre Beine werden ganz schwer,“ gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie die Versuchsperson reagieren kann. Handelt es sich um eine sehr kritische Person, wird sie sofort mit Sicherheit zu der Überzeugung kommen, dass die Beine überhaupt nicht schwer sind und auch nicht schwer werden! Damit ist die Glaubwürdigkeit des Hypnotiseurs in Frage gestellt. Handelt es sich um eine aufgeschlossene, flexible Versuchsperson, sind die
Erfolgsaussichten schon besser. Mit Sicherheit wird eine solche Person schon nach kurzer Zeit ein Gefühl der Schwere wahrnehmen und auch für weiter Suggestionen offen sein. Handelt es sich um eine sehr suggestible Versuchsperson mit somnambulem Charakter, so spürt diese sofort die Schwere und setzt auch alle weiteren Suggestionen um. Bei indirekten Suggestionen, die alles offen lassen, besteht quasi nie die Möglichkeit eines Widerstandes. Die Versuchsperson hat scheinbar die freie Wahl, etwas zu spüren oder nicht. Inneres Erleben kann sich so viel freier und intensiver entwickeln, denn der Impuls für ein inneres Erleben ist immer vorhanden, wenn entsprechend suggeriert wird.

Damit ein Mensch Wahrnehmungen verstehen kann – ganz gleich, ob auditive, visuelle, kinästhetische usw. – ist er darauf angewiesen, diese mit seinen bisher gespeicherten Wahrnehmungen zu vergleichen. Das bedeutet, wenn wir etwas von Müdigkeit hören, erzeugen wir unwillkürlich auf unbewusster Ebene ein Gefühl von Müdigkeit bzw. das Gefühl, das wir unter dem Begriff Müdigkeit gespeichert haben. Wir erinnern uns also unbewusst an dieses Gefühl, damit wir verstehen können, was gemeint ist.

Schließlich gibt es noch die unterschwellige Suggestion. Bei dieser Art Suggestion bleibt die Botschaft unterhalb der Bewusstseinsschwelle. Die Suggestion ist bewusst nicht wahrnehmbar, daher der Name unterschwellige Suggestion. Unterschwellige Suggestionen entziehen sich so der Zensur des Bewusstseins. Somit kann kein bewusster Widerstand aufgebaut werden. Diese Art von Suggestion ist zwar sehr wirksam, aber nicht, wie fälschlicherweise oft behauptet wird, eine Garantie für erfolgreiches Suggerieren. Zur Kategorie Unterschwellig Suggestionen gehören auch die Silent Subliminals, dies sind spezielle Aufnahmen die ein erwachsener Mensch bewusst nicht hören kann aber vom Unbewussten erkannt werden.

Wird eine Suggestion einem anderen Menschen erteilt, spricht man von Fremdsuggestion (Heterosuggestion); suggeriert man sich selbst etwas, so spricht man von Selbstsuggestion (Autosuggestion). Ferner gibt es noch die sogenannte Wachsuggestion, dies sind Suggestionen, bei denen eine Person auch im Wachzustand hypnotisch reagiert.

Weiter im Teil 2

 

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